Melaten-Friedhof11. August 2017

Etappe Nr. 242, Länge: 3,1 km

Herbst 1990: mit einem Kommilitonen auf dem Weg zu einer Fotoausstellung habe ich mich bei Kälte, Regen und nahender Finsternis auf Melaten verlaufen, ganz tolle Idee, diese Abkürzung. Umso weniger verfehlt der überlebens­große Sensenmann seine Wirkung, der plötzlich furchterregend hinter einer Biegung unter den Bäumen steht. In der Rechten eine Sanduhr, in der Linken eine riesige Sense, so wartet er nicht nur auf ver­ängstigte Studenten in der Großstadt.

Heute, „Sommer“ 2017: statt Sonnenschein ist wei­terhin Regen angesagt, deswegen wapp­ne ich mich mit passender Aus­rüstung, um ihn wiederzusehen, den Sensenmann. Diesmal bin ich vorbereitet, es regnet auch nur ein paar Tropfen. Aber der Friedhof an sich ist so grün, finster und feucht, zudem wenn man so oft seinen eigenen Nachnamen sieht, so bin ich schon etwas „durch“, als ich zu ihm gelange. Während ich versuche, mich beim Foto­grafieren mög­lichst unauf­fällig zu ver­hal­ten, sausen um mich herum die Fried­hofs­gärtner mit ihren grünen Ge­fährten und dazu diverse Radfahrer, die nicht alle zum Personal gehören können. Trotzdem ist es überaus ruhig – mal von den Rufen des Bussards abgesehen –, friedlich und beängstigend schön hier.


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